Warum meine Hochsensibilität in den Hintergrund getreten ist. Und was Du davon hast…

Ein sonniges Hallo!

Die Zeit, die ich dem Thema Hochsensibilität ganz gezielt widme, ist in den letzten Jahren kleiner geworden. Nicht, weil es mir weniger wichtig wäre. Sondern weil ich erkannt habe, dass Hochsensibilität nicht isoliert betrachtet werden kann – und auch nie sollte.

Denn eines ist mir im Laufe meiner Arbeit und meiner eigenen Entwicklung immer klarer geworden: Hochsensibilität ist ein zentrales Merkmal in einem viel größeren Zusammenhang.

So gut wie alle Autistinnen und Autisten sind hochsensibel. Menschen mit posttraumatischer Belastung sowieso. Wer nah am Burnout lebt – oder mittendrin steckt – ist oft nicht überfordert, sondern schlicht überfühlt. Und viele Hochbegabte, Scannerpersönlichkeiten oder neurodivergente Menschen betreiben – teils über Jahrzehnte – ein fein abgestimmtes Masking, das genau auf dieser sensiblen Wahrnehmung basiert.

All das hat mich dazu gebracht, nicht nur eine Website zu führen, sondern ein ganzes Universum für neurodivergente Persönlichkeitsentwicklung zu erschaffen: Die HOCHiX Akademie.

Und so begleitet mich meine eigene Hochsensibilität nach wie vor – sie ist mir nah, sie ist mir vertraut, sie ist Teil meines inneren Systems. Aber sie ist nicht mehr die alleinige Hauptfigur.

Ist Hochsensibilität ein Fluch?

Diese Frage taucht immer wieder auf. Viele Kommentare tragen den Wunsch nach Hilfe, Erleichterung, Entlastung. Und manchmal klingt durch, dass die Hochsensibilität eher als Last erlebt wird – als Überforderung, als Schmerz.

Vielleicht sind diejenigen, die darin Segen, Tiefe und Reichtum erleben, einfach weniger laut? Oder sie brauchen keine Worte. Ich weiß es nicht. Aber ich lade dich ein: Hinterlasse deinen Gedanken. Was bedeutet Hochsensibilität für dich?

Ich bin gespannt. Und ich freue mich, wenn du diesen Weg – in all seiner Komplexität – mit uns gemeinsam gehst.

Sonnige Grüße
Anne

38 comments

  1. Dagmar says:

    Als Kind dachte ich alle wären wie ich und stellte dann enttäuscht fest, es ist nicht so. Als Erwachsene fand ich heraus, daß ich Hochsensibel bin. Das hat einiges erklärt und ich konnte verschiedenes in neue Kontexte in meinem Leben einordnen. Und da mein Leben viele Herausforderungen brachte (wahrscheinlich nicht nur meins) bin ich tatsächlich dankbar für meine Hochsensibilität, denn ohne hätte ich vieles nicht gut bewältigen können. Mittlerweile bin ich Rentnerin und gerade mal wieder dabei mein Leben neu zu ordnen, so daß die Hochsensibilität wieder etwas mehr ins Blickfeld gerutscht ist und auch hier wieder hilfreich ist, da ich eben auf einen größeren inneren Reichtum und Wahrnehmungen zurückgreifen kann, um Entscheidungen zu treffen und meinen Weg zu gehen.

  2. Gabriela says:

    Fluch oder Segen, das kann ich beides nicht sagen, Es sind viele Vorteile und die nachteile haben sich deutlich dezimiert, seit ich offen darüber spreche. Das macht das Leben sehr viel leichter. In der Zwischenzeit befasse ich mich viel mit Kunst und Spiritualität. Telepathische Tierkommunikation fällt mir sehr leicht. Das macht Freude, wiegt die Dinge auf, die nicht so schön sind. Überhaupt ist der Umgang mit Tieren, die alle hochsensibel sind, etwas sehr befriedigendes.
    Zu sagen, etwas ist gut oder schlecht ist sehr einseitig, sehr wertend. Denn meiner Ansicht nach, ist das Gute mit dem Schlechten verwoben und letztendlich ein Gesamtkunstwerk, das Leben heißt.
    Liebe Grüße

  3. Simone says:

    Meine persönliche Erfahrung nach 55 Lebensjahren ist: solange (man selbst) die Hochsensibilität nicht erkannt und entsprechend berücksichtigt hat ist es oft ein Fluch…ich fühlte mich falsch, irgendwie anders und wurde oft als Mimose betitelt „sei doch nicht so empfindlich…“ der unter HSP allseits beliebte Spruch ;).
    Seit ich weiß und es mir auch nervenärztlich bestätigt wurde dass ich hochsensibel bin und ich mich entsprechend schütze und meine Gefühle einordne geht es mir immer besser damit…dieses Anderssein macht mir jetzt nichts mehr aus und ich bin sogar stolz darauf. Ohne uns HSP wäre die Welt noch kälter und rauher als sie schon ist…wir sind das soziale „Schmiermittel“ im zwischenmenschlichen Getriebe. Ein Hoch auf alle Hochsensiblen!

  4. Vittorio says:

    Es gibt 6 Menschen Typen, nach meiner Meinung.Jeder hat 100 % Recht. Wenn man sich mit den Anderen trifft, zwecklos.Genau so wie ein HSP die anderen Menschen Nicht verstehen kann, verstehen die Anderen den HSP Nicht.Lösung : Niemanden belehren,überzeugen,ändern .KEIN MENSCH ÄNDERT SICH.Oberflächlich sein=Selbstschutz.Ich suche Empathen, die verstehen viel.Die Anderen, Super,Toll,Genau, und Hau ab.Das Leiden des HSP, entsteht wenn Du Dein Ich dem Anderen Überzeugen willst.
    Der Andere hat sein eigenes Ich-Du bist ihm Egal.Erkenne die Menschentypen, sprich wenig, höre zu,Stelle Fragen….dann mag Dich jeder.Der Mensch ist Unbelehrbar, jeder hat Recht für sich.

  5. Susann Dartscht says:

    Inzwischen merke ich, dass es eher Fluch ist. Als Kind ewig verkannt, in den Erwachsenenjahren eher Außenseiter mit einem 7. Sinn. Daher auch manchmal Segen. Viele Dinge beobachte ich viel intensiver, kann viel besser Zusammenhänge erklären.
    Jetzt bin ich schon fast 60. Meine Hochsensibilität macht einsamer. Bin einfach nicht kompatibel. Damit komme ich meist gut zurecht, aber auch zunehmend trauriger darüber. Fluch wäre zu viel gesagt, da ich mir heute über alles viel bewusster bin, aber manchmal wünschte ich schon, einfach _normaler_ zu sein.

  6. Regine says:

    Es fällt mir immer noch schwer, mit manchen Dingen fertig zu werden. Ich hinterfrage viel, was andere nicht mal mit einem Gedanken streifen würden, ich hinterfrage auch mich selber, d.h. meine Wahrnehmung. Zum Glück habe ich jemanden, der mir hilft, zu verstehen.

  7. Elfriede Niessen says:

    Ich bin nun schon 80 Jahre auf dieser Welt.Ich wurde als kleines Kind total verkannt. Ich war anstrengen für meine Mutter ins besondere , aber auch für meinen Vater. Ich war lebhaft und eigensinnig. Wurde nach preußischer Methode erzogen und meine Elter
    waren überzeugt davon, das Kind ist schwer erziehbar.In der Schule war das genauso.Andererseits hatte ich große Ängste. Ich wollte nicht alleine in einem Zimmer schlafen. Ich wollte nicht alleine in einen Keller, oder auf den Speicher gehen.Wenn ich auf der Straße einen Hund sah, lief ich laut screiend weg. War ich gefallen und sah Blut auss der Wunde fließen, habe ich laut geschrien,es machte mir Panik.In der Schule nahm ich immer die in Schutz, die mir Schutzbedürftig erschienen. Wenn größere Kinder, kleine verhauen wollten, habe ichdie Kleinen beschützt.Meine Talente gingen eher in Richtung Kunst. Das war für meine Eltern Killefitz.
    Meine Mutter wollte mich total bestimmen, sie konnte mich nicht loslassen und kontrolierte mich wo immer es nur ging.Ich war gefangen in meinem Elternhaus. Irgendwann wurde ich immer trauriger. Hatte kein Vertrauen mehr zu meinen Eltern, kamm mir Mutterseelen alleine vor und keiner merkte das.Als schwere Angstzustände dazu kamen ging meine Mutter zu unserem Hausarzt
    und ich bekam mit 16 Jahren meine ersten Spychofarmaka.Mein Vater war da gerade gestorben und ich wußte nicht weshalb ich trauern sollte. Vielleicht um dass was ich nicht gehabt habe?…. Eigentlich war ich nie richtig für meine Eltern nicht und auch nicht
    für meine Lehrerin.Es folgten später mehrere Zusammenbrüche. Auch als ich verheiratet war. Ich versuchte allen gerecht zu werden. Vielleicht um einmal zu hören, wie schön und wie gut ich das alles machte. Das war mir zwar nicht bewusst, das kam total aus dem Unterbewusstsein.Mit 29 Jahre kam ich zum ersten mal in eine Psychosomatische Klinik. es war die erste Klinik dieser Art, in Gengenbach im Schwarzwald. Da rollte bei mir mein ganzes Leben, was ich bis dahin gelebt hatte ab. Da hat mir keiner bei geholfen, das geschah ganz von alleine. Ich erzählte und reflektierte und war selber erstaunt über mich, was da alles herauskam.
    Ich bekam viele neue Erkenntnisse und versuchte mich zu ändern, mich mehr wahrzunehmen. Meine Bedürfnisse und mich als Person im Ganzen. Es war harte Arbeit an mir selber. Es war übrigens nie die Rede bei mir, von Hochsensibilität.Eher so, sie hat es mit den Nerven.Ich wurde etwas verlacht und nicht ernst genommen. Das ist heute noch so, bei vielen Menschen.Ich fühle mich innerlich einsam, auch wenn ich mit Menschen zusammen bin. Ein ständiges Gefühl der Eisamkeit. Dann habe ich hier im Internet
    einen Test gemacht. Ich bin irgendwie drauf gestoßen und es interessierte mich. Ja, ich machte diesen Test für Hochsensible Menschen. Ich erreichte 100 Punkte und wurde nun unter Hochsensibel eingeordnet. Irgendwie war ich getröstet und es viel mir ein Stein vom Herzen. Das ist erst ein paar Wochen her.Aber so zu sein, ist nur gut wenn man mit ählich strukturierten Menschen
    zusammen ist. Ansonsten ist es oft sehr qualvoll, weil man nicht verstanden wird und irgendwie als Aussenseiter abgestempelt wird.Aber es ist beglückend Menschen zu treffen die einen verstehen, die selber so sind, wie man selber. Eben doch ein Flug und ein Segen.

  8. Markus says:

    Als ich noch nicht wusste, was Sache ist, hatte ich riesigen Stress. Im Nachhinein betrachtet, war das Fluch.
    Inzwischen weiß ich immer besser, worauf es ankommt. Da moutiert der Fluch zum Segen. Ich bin immer öfter dankbar. Und das fördert den Segen, der wiederum die Dankbarkeit fördert. Raus aus dem Teufelskreis, rein in den — „Engelskreis“. Schön, dass wir kommunizieren können. — DANKE!!!!!!!!!
    Liebe Grüße,
    Markus.

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